„Orthopädischer Fußschutz“

 

 

 

 

An das Sachgebiet Fußschutz im Fachbereich Persönliche Schutzausrüstungen der

DGUV werden zunehmend Anfragen zur Thematik „Orthopädischer Fußschutz“ gestellt.

Das Sachgebiet Fußschutz hat sich mit der Frage auseinandergesetzt und eine Gesamtbetrachtung der Thematik vorgenommen, in der auch mögliche Kostenträger benannt werden.

Ist im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung die Benutzung von Fußschutz erforderlich und liegt die entsprechende medizinische Indikation vor, finden die nachstehenden Ausführungen für die Bereitstellung von orthopädischem Fußschutz Anwendung.

Ausgangssituation

Fußschutz (Sicherheits-, Schutz- oder Berufsschuhe) gehört entsprechend der Einstufung nach der RICHTLINIE DES RATES vom 21. Dezember 1989 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für persönliche Schutzausrüstungen

(PSA-Richtlinie), mindestens der Zertifizierungskategorie II an. Dies gilt auch für orthopädischen Fußschutz.

Für jeden orthopädischen Fußschutz muss eine EG-Baumusterprüfbescheinigung vorliegen. Nur auf dieser Grundlage können die Schuhe, die gemäß der Fertigungsanleitung

zugerichtet oder gefertigt wurden, mit dem CE-Zeichen vor dem Inverkehrbringen gekennzeichnet werden. Inverkehrbringer können z. B. Hersteller von orthopädischen Schuhen

(z. B. Orthopädieschuhmachermeister/-in) sein. Auch diesem

Fußschutz ist eine Herstellerinformation beizufügen.

Dem Sachgebiet sind keine orthopädischen Einlagen bekannt, die rechtskonform in jedem x-beliebigen Sicherheits-, Schutz oder Berufsschuhe eingebaut werden können.

Schuh und orthopädischen Einlage müssen in Kombination die Baumusterprüfung positiv durchlaufen. Die sicherheitstechnisch relevanten Prüfungen erfolgen

grundsätzlich am/im verbauten Schuh.

 

Möglichkeiten der orthopädischen Schuhversorgung

Der/Die Orthopäde/Orthopädin legt die Art der erforderlichen Indikation aufgrund der medizinischen Erfordernisse fest. Die handwerkliche Umsetzung erfolgt durch entsprechend autorisierte Fachkräfte (z. B. Orthopädieschuhmacher/-in).

Grundsätzlich ist bei orthopädischem Fußschutz zu unterscheiden, ob es sich um

- die handwerkliche Herstellung eines neuen Schuhes (Einzelanfertigung- Maßschuhe)

oder

- die individuelle orthopädische Zurichtung (Änderung) eines industriell gefertigten Schuhes handelt.

Bei der Auswahl des Fußschutzes sind auf der Grundlage der medizinischen Erfordernisse selbstverständlich auch wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Denn nicht jede Sohlenerhöhung oder orthopädische Einlage erfordert die Anfertigung orthopädischer Maßschuhe. Zuerst ist zu prüfen, ob das Rehabilitations- oder Teilhabeziel mit konfektioniertem oder semikonfektioniertem Schuhwerk zu erreichen ist.

Nur wenn dies nicht der Fall ist, besteht die Indikation für orthopädische Maßschuhe.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von industriell gefertigtem Fußschutz, welcher entsprechend der individuellen orthopädischen Erfordernisse angepasst (zugerichtet) werden kann. Bei der Zurichtung kommen zum einen die unterschiedlichen Arten der Absatz-, Sohlen- und Sohlenranderhöhungen sowie Abrollhilfen zum anderen das

Zusammenstellen eines Schuhs im Baukastensystem in Betracht.

Die Zurichtung industriell gefertigter Schuhe bietet eine Vielzahl von Vorteilen wie z. B.:

-Großes Auswahlspektrum hinsichtlich sicherheitstechnischer

Eigenschaften

-Höhere individuelle Auswahlmöglichkeit hinsichtlich Weite und Größe

-Schnelle Verfügbarkeit /Versorgung, da die Schuhe i.d.R. lagerseitig vorhanden sind

-Vielfach höhere Wirtschaftlichkeit gegenüber Maßschuhen

Auch bei orthopädischem Fußschutz ist die Bereitstellung eines zweiten Paares sinnvoll.

Das Sachgebiet "Fußschutz" im Fachbereich "Persönliche Schutzausrüstungen" (FB "PSA") favorisiert das nachfolgend aufgeführte "4-Stufen-Modell" für baumustergeprüften Fußschutz.

Stufe 1 - Sohlenerhöhung bis zu 3 cm, Zehenkappenvergrößerung

Stufe 2 - Orthopädische Einlagenversorgung

Stufe 3 - Spezielle Fertigungsweise/Bausätze für orthopädische Zurichtungen

Stufe 4 - Orthopädische Maßschuhe

Im Internetauftritt des Fachbereiches Persönliche Schutzausrüstungen (FB PSA)

können unter www.dguv.de/fb-psa im Sachgebiet Fußschutz (webcode: d33147)

weitere Informationen bezogen werden. Auf freiwilliger Basis wird Schuhherstellern dort die Möglichkeit gegeben, ihr Leistungsspektrum zu baumustergeprüftem orthopädischem

Fußschutz zu präsentieren. Der jeweilige Hersteller ist für die Richtigkeit

und Aktualität der Angaben zu seinen Produkten verantwortlich. Eine qualitative Bewertung der aufgeführten Produkte durch den FB PSA findet nicht statt.

Quelle: DGUV Fachbereich PSA

 

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Berufsgenossenschaftsrichtlinie
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